Historie
Zur Zeit Kaiser Friedrich I., Barbarossa, war Rainald von Dassel Erzbischof
von Köln; Kanzler des Reiches war er von 1156 - 59. Er war im
Jahr 1120 geboren und mit Mechthild von Schaumburg - Tochter Adolf
I. - verheiratet. Ein Edler namens Mirabilis, welcher auf dem Bruchhof
bei Stadthagen lebte, starb im Jahr 1167 und vermachte in seinem Testament
einen Hof in Sülbeck dem Bischof von Minden. Dieser Hof ging
dann als Geschenk an den Grafen von Schaumburg, Adolf III., den Neffen
von Mechthild. In Mirabilis Testament wird erstmals ein Priester zu
Sülbeck erwähnt. 1188 verkaufte Ludolf II. von Dassel, Rainalds
Großsohn, seinen Hof in Sülbeck und sein Patronatsrecht
an der Kirche zu Sülbeck an das Kloster Obernkirchen, um mit
dem Erlös seine Teilnahme am 3. Kreuzzuge zu finanzieren. Es
gab also schon vor 1167 eine Kirche in Sülbeck; das Gründungsjahr
ist allerdings nicht bekannt.
Von dem alten, vermutlich romanischen Kirchbau ist nichts genaues
bekannt. In einer Chronik von 1895 heißt es, daß der
Bau bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts (1427) gestanden hätte,
der zweite bis 1806. Demnach müßte der heutige Bau die
dritte Kirche sein. Anzunehmen ist, daß vorher auch schon
Kirchengebäude aus Holz in Sülbeck gestanden haben. 1860
wurde die Kirche auf die heutige Größe erweitert, da
die Plätze für die Gottesdienstbesucher nicht ausreichten.
Das Ausmaß der Kirche richtete sich früher nach der Anzahl
der benötigten Kirchenstühle bzw. Plätze. Im Jahre
1859 zählte die Gemeinde 241 Hausstellen, damals noch Kolonate
genannt. Diese Häuser hatten alle eine Hausnummer. Es gab dazu
noch einige Häuser ohne Hausnummer, die Pfarre, die Küsterei,
das Forsthaus, die beiden Zechhäuser in Sülbeck und Liekwegen,
sowie die Häuser der Glashütte Schierbach. Zu der Zeit
gab es 90 Familien, die zur Miete wohnten. Aus jeder Familie war
mindestens ein Familienmitglied im Gottesdienst, eine Sitte, die
sich weit über die Jahrhundertwende erhalten hatte. |