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Gedanken zur Jahreslosung 2006

„Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht“ Josua 1, 5b.

VON WILFRIED KOCH
Die meisten Menschen haben vor einer schweren Aufgabe, die ihnen etwas abverlangt, ein ungutes, ein mulmiges Gefühl.
Wenn ein Busfahrer z. B. seinen Fahrgästen in einer großen Stadt die Sehenswürdigkeiten zeigen soll, obwohl er diese Stadt überhaupt nicht kennt und er auch keinerlei Möglichkeiten hätte, sich zu orientieren, ich denke, da würde ihn der Mut verlassen.

Bei Herausforderungen, die man bisher noch nicht erlebt hat, aber auch vor manchen Lebenssituationen stehen wir oft hilflos da und fragen uns: Schaffe ich das? Habe ich die Kraft dazu? Sind die Schuhe nicht zu groß für mich?
So ähnlich mag es Josua, dem treuen Diener Mose, ergangen sein, als er nach dem Tode Mose von Gott als Führer des Volkes Israel, bestimmt wird. Denn seine Aufgabe war es nicht nur, das Volk im Sinne Gottes zu führen, sondern auch das verheißene Land sollte er einnehmen und unter die zwölf Stämme Israels aufteilen.

Josua, der vor dieser großen Aufgabe steht, wurde zwar bereits von Mose vorbereitet und für diesen Dienst gesegnet, so dass die Israeliten wussten, dass Josua als Nachfolger bestimmt war, aber die Aufgabe war gigantisch.
So sah Josua nicht nur die kriegerisch Landnahme vor sich, sondern vielleicht auch Ärger mit den eigenen Landsleuten.
In diese Situation hinein machte Gott ihm eine große Zusage: „Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein. Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“

Und dazu sagt er noch, sei getrost und unverzagt und er gebot ihm, in allen Dingen das Gesetz zu halten und danach zu leben.
Und weil Josua dem Wort Gottes folgte und er darauf achtete, dass auch sein Volk nach den Geboten lebte, konnte er sein Leben lang auf Gottes Hilfe und Beistand hoffen und vertrauen und brachte die ihm gestellten Aufgaben zum guten Ende.
Es macht Mut, bei Josua zu sehen, wie der Herr sich zu denen bekennt, die ihm vertrauen. Durch sein Vertrauen auf Gott entsprach er seiner Verantwortung gegenüber seinem Volk.

Auch wir stehen immer wieder vor kleinen und großen Herausforderungen, die wir zu bewältigen haben. Sei es ein beruflicher Neubeginn oder ein neuer Lebensabschnitt in Ehe und Familie, aber auch, wenn jemand aus unserem Leben herausgerissen wird, stellt uns das vor eine neue und oft schwierige Herausforderung des Lebens.

Doch auch wir haben eine Zusage, direkt von Jesus Christus, der uns zusagt: Fürchtet euch nicht, siehe ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.
Ja, wer auf ihn vertraut, der wird alle Herausforderungen des Lebens durchstehen, denn keine Lage ist zu schwer, als dass Gott nicht eine Hilfe, einen Weg wüsste und weil Gott uns immer nur soviel zumutet, wie wir mit der uns gegebenen Kraft bewältigen können.

Wenn wir auf Christus vertrauen, dann gilt auch für uns: seid getrost und unverzagt, ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.
So wie auch ein ortsfremder Busfahrer sich nur in der großen Stadt zurechtfindet, wenn er einen Helfer, einen Wegweiser hat, so können wir mit E. Modersohn sagen: „Lass es dir gesagt sein, du kommst durch, auch durch die unerhörtesten Schwierigkeiten, wenn du deinen Blick auf Jesus richtest und gerichtet hältst“.

Wilfried Koch